Seit dem 10. Mai 2016 haben Aktivist*innen des LiZ (Libertäres Zentrum) eine Wohnung in der Rathausgasse 6 im Bonner Viktoriaviertel besetzt und dadurch auch die längste Hausbesetzung Bonns erreicht!
Seitdem gab es u.a. eine erfolgreiche Demo/Kundgebung mit der Initiative „Viva Viktoria!“ am 11.05. 2016, Mitmach-Brunchs, Freilichtkino mit Stummfilmen, Poetry Slam, Küfa (Küche für alle), Vorträge, Diskussionen, eine Solidaritäts-Tanzdemo und ein Umsonstladen war dort. Obwohl die Polizei mehrfach versucht hatte in das Gebäude zu gelangen, ist es durch die Unterstützung der anwesenden Menschen, u.a. durch eine Menschenblockade, gelungen dies zu verhindern. Am 12.05.2016 haben die Polizist*innen die Belagerung aufgegeben.
Unterstützung bekommen die Aktivist*innen des LiZ sowohl von anderen politischen Gruppen und Organisationen, als auch von Anwohner*innen des Viktoriaviertels, Bonner*innen der ganzen Stadt, Ladenbesitzer*innen, den Menschen von „Kartäuserwall ist überall!“ aus Köln u.v.m.
Benötigt werden momentan noch Möbel aller Art um die Wohnung einzurichten, wenn ihr etwas spenden könnt oder möchtet, nur zu :)
Wenn ihr Lust und Zeit habt, kommt vorbei! Unterstützt die Besetzer*innen und bereits anwesenden Supporter*innen, zeigt euch solidarisch!

Für genaue Informationen zum Hintergrund möchten wir auf die Homepage der LiZ verweisen, insbesondere auf „Tragt die Kritik auf die Straße!“ und „Von Reichtum und Macht“.
Folgen könnt ihr der Sache über die Facebookseite der LiZ, Twitter per @SQUATBN, oder auf Twitter über #keinschlafohne.

 Eine Stadt muss für alle da sein, nicht nur für reiche Menschen!

Statement dazu von unserem Genossen Milan:

„Der tatsächliche Nutzen einer Hausbesetzung aber ist nicht [nur] der erkämpfte Freiraum, der nur allzu oft wieder von der Polizei geräumt wird. Der Nutzen liegt viel mehr darin, dass die Besetzung den grundsätzlichen ökonomischen Wahnsinn der kapitalistischen Gesellschaft deutlicher zeigt, als nahezu alle anderen Aktionsformen.
Ganz grundsätzlich besteht offenbar ein Bedürfnis nach Wohnraum, wie sich z.B durch das Phänomen der Obdachlosigkeit zeigt. An diesem Punkt nun kommt die Besetzung ins Spiel, denn die Tatsache, dass es leerstehende Gebäude gibt, die besetzt werden können beweist, dass die Mittel vorhanden sind um das Bedürfnis der Obdachlosen nach Wohnraum oder das Bedürfnis von jungen Menschen nach Freiraum zu erfüllen.
Warum also erfüllt eine Gesellschaft diese Bedürfnisse nicht, obwohl sie nachweislich über die Mittel dazu verfügt?
Weil eine Gesellschaft, die auf dem Konzept der Konkurrenz aufbaut, nur Bedürfnisse erfüllen kann, die auch verwertbar sind. Obdachlose und junge Menschen können sich diese teuren Wohnungen nicht leisten und eine Immobilenfirma, die ihre Wohnungen kostenlos oder auch nur günstiger zur Verfügung stellen würde, wäre im Konkurrenzkampf benachteiligt und würde letztlich Pleite gehen. Gleiches zeigt sich bei Lebensmitteln: überall auf der Welt hungern Menschen, obwohl mehr als genug Nahrung produziert wird um die Weltbevölkerung mehrfach zu ernähren. Anstatt aber das Bedürfnis von verhungernden Menschen nach Nahrung zu erfüllen, wird diese so genannte „unverkäufliche Überproduktion“, ganz in Übereinstimmung mit der Logik des Marktes, eher auf den Müll geworfen.
Das alles führt zu einer einzigen Frage: Wenn ein System zwar die Mittel hervorbringt um die Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen, die grundlegende Logik desselben Systems aber dann verhindert, dass diese Bedürfnisse auch tatsächlich erfüllt werden, wozu ist das System dann gut?“

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