Gestern am 24. Mai 2016 hat die Bundeswehr einen Aktionstag unter dem Motto „Wie schützt man Deutschland unter Wasser? Stützpunkttaucher in Aktion erleben“ mit viel Werbung und Luftballons auf dem Friedensplatz in Bonn abgehalten. Dieser Aktionstag sollte vermutlich auch direkt das Interesse für den geplanten „Tag der Bundeswehr“ wecken.
Weil es sich aber nicht alle Menschen gefallen lassen wollten, dass die Bundeswehr munter den Krieg und ihre Arbeit romantisieren und verharmlosen kann, haben sich verschiedene Aktivist*innen aus unterschiedlichen Gruppen zusammengefunden um einen friedlichen Protest zu starten.
Spontan wurde vor Ort der Unmut laut deutlich gemacht. Auch, wenn sich um die Mittagszeit durch Arbeit, Uni und Schule nicht spontan hunderte Menschen einfinden können, haben sich so trotzdem einige gefunden.
Zuerst stellten sich rund 5 Aktivist*innen, ein Transparent haltend, vor einen Bundeswehr-LKW der in direkter Sichtlinie der Teilnehmer*innen des Bundeswehraktionstages lag und zogen so die Aufmerksamkeit auf sich und die Message.
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Einige Soldat*innen waren amüsiert, andere genervt und nochmals andere zückten ihr Smartphone um ein Video davon aufzunehmen. Als die Demonstrant*innen anfingen zu skandieren wurde die Polizei durch Angehörige der Bundeswehr informiert und die Protestierenden meldeten eine Spontandemonstration an. Die Polizei verwies die Protestierenden daraufhin an einen anderen Standort, etwas abseits in Richtung Wilhelmstraße, aber immer noch in guter und direkter Sicht- und Hörweite des Bundeswehraktionstages.
Die Protestaktion gegen die Bundeswehr und ihren Drang, als Militär in der Zivilgesellschaft Fuß zu fassen wurde von den Teilnehmer*innen des Aktionstages unterschiedlich aufgefasst. Die Menschen der Bundeswehr zeigten sich zwar teilweise sichtlich genervt,  sind aber weitestgehend entspannt geblieben.
Einige Besucher*innen suchten das Gespräch mit den Demonstrant*innen, die Gespräche sind dabei sowohl rein beleidigend gegenüber den Demonstrant*innen gewesen, als auch eine gute Gelegenheit gewesen um unterschiedliche Standpunkte ruhig und sachlich darzulegen und auszutauschen. Wiederrum andere Leute, die meistens rein zufällig an diesem Schauplatz vorbeikamen, suchten gezielt das Gespräch mit den Protestierenden, weil auch sie die Aktion auf dem Friedensplatz und/oder das Vorgehen der Bundeswehr, Kriegsbeteiligung, Krieg allgemein u.ä. ablehnen und sich deshalb für einen Protest bedanken wollten.

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