Letzten Samstag fand unser Benefizkonzert „Dreaming for Rojava“ statt und das obwohl die Ver.di versucht hat uns einen Strich durch die Rechnung zu machen.* Uns wurde sehr kurzfristig die zugesicherte Örtlichkeit gestrichen und und wir wurden dazu genötigt eine andere Location zu finden. Dieses gelang uns dank der Hilfe des kurdischen Vereins, der uns in unserer Notlage aushalf.
Kleinere Schwierigkeiten durch den spontanen Umzug ließen sich leider trotzdem nicht vermeiden und so musste das Konzert eine Stunde später anfangen, als es angesetzt war.
Den Auftakt gaben ‚Koma Rojava‘ mit klassischer kurdischer Musik, die die großen und kleinen Konzertbesucher*innen zum Halay (einem Tanz) verführte und den Hintergrund des Benefizkonzerts unterstrichen.

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Es folgten ‚The Phoenix‘, einer Schüler*innenband, Allroundtalente an den Instrumenten. Sie verzauberten uns mit akustischem und elektronischem Poprock.

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Die Band ‚Rapture‘ kam mit zwei Gästen auf die Bühne und legte eine Mischung aus Funk, Pop und Rock aufs Parkett und wühlte die Stimmung mit für dato unbekannt wilden Tönen auf.

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Als letztes trat Cynthia Nickschas mit ihrer Band (and friends) auf. Auch hier kam eine wilde Mischung aus Klangkörpern, mit einer deftigen und gleichsam zarten Stimme auf das Publikum zu. Mit Songs wie ‚Positiv Denken‘ und ‚Alles gleich Mensch‘ bildeten sie einen gekonnten Abschluss mit super Message.

Tevoo Bass und Bercen Akter hatten leider sehr kurzfristig noch abgesagt.

Die Künstler*innen und Bands haben für gute Stimmung und viel Spaß gesorgt, aber durch die Texte auch zum Grübeln angeregt und einige Texte regten zum Schmunzeln an.
Liebe, Freundschaft, Solidarität, Lebensfreude und Gesellschaftskritik waren die großen Themen die in den Texten Ausdruck fanden.
An dieser Stelle einen riesigen und lieben Dank an alle Künstler*innen und Bands!

Ein riesiger Dank auch an alle Menschen, die für das super leckere Essen und die liebe Gastwirtschaft gesorgt haben ;)
Wir bedanken uns auch bei den Techniker*innen, dem Kurdischen Verein und allen anderen Menschen, die geholfen und unterstützt haben!

Hintergundinfos zum Benefizkonzert: Wieso ‚Dreaming of Rojava‘?
Auch wenn sich in den Nachrichten nur noch wenig zu dem Thema finden lässt, ist die Situation im Irak und in Syrien immer noch ernst. Kurdische Aktivist*innen sprechen von Massakern an der Zivilbevölkerung, obwohl eine Waffenruhe mit der türkischen Regierung herrschen sollte und trotzdem kurdische Stellungen bombardiert werden. In den letzten Wochen sind dadurch circa 300 Menschen ums Leben gekommen.
Parteimitglieder die kurdische Interessen vertreten werden systematisch diskriminiert, diffamiert und kleingehalten, u.a. durch Übergriffe und Durchsuchungen.
Dazu kommt, dass der IS regelmäßig versucht kurdische Gebiete zu erobern und/oder zu zerstören, die kurdischen Kämpfer*innen stellen sich ihnen jedoch in den Weg. Gleichzeitig wird die Stadt Kobanê (der Region Rojava) wieder aufgebaut, die im September 2014 vom IS angegriffen wurde.
Rojava ist eine selbstverwaltete Region, die ‚demokratische Autonomie‘ genannt wird. Den Vertreter*innen ist es wichtig, sich von staatlichen Gesellschaftsmodellen abzugrenzen.
Rojava versteht sich selbst als klassenloses Projekt, das die kapitalistischen Wirtschaftsverhältnisse zwar nicht überwinden, aber in den Dienst der Gesellschaft stellen möchte.
Der Gesellschaftsvertrag der drei Kantone Rojavas (Cizîrê, Kobanî und Afrîn) enthält die Gleichstellung der Frau*, Recht auf politisches Asyl, Streik- und Demonstrationsrecht, das generelle Abschiebeverbot von Asylsuchenden, das Verbot der Monopolbildung und hat einen multi-ethischen Charakter.

 

* Aus fadenscheinigen Gründen hat die Ver.di uns kurz vor dem Konzert aus dem Raum geworfen und das Konzert musste im Kurdischen Verein stattfinden. Eine dieser Begründungen war, dass es auch Türk*innen in der Ver.di gäbe und es diese verärgern könnte, wenn wir ein Konzert mit „den Kurden“ machen. Bei diesem Konzert ging es allerdings nicht um die PKK und deren Unterstützung, sondern um den Wiederaufbau der Stadt Kobane die von der Daesh (dem IS) zerstört wurde. Der Kampf der Kurd*innen gegen Daesh im Norden Syriens ist in fast allen Parteien Konsens und die Ver.di stellt sich mit ihrem Beschluss an die Seite von Erdogan-Anhänger*innen und Opportunist*innen.

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