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Linksjugend ['solid] Bonn

sozialistisch – antifaschistisch – basisdemokratisch – feministisch

Kategorie

Verschiedenes

We want sex equality!

Im Bezug auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist bereits (vor allem konstitutionell) in Deutschland und Europa einiges besser geworden. Vergewaltigung in der Ehe wird hierzulande seit 1997 als Verbrechen geahndet, die Anti-Baby-Pille erleichtert deutschen Frauen seit 1959 das Leben und ihr Ehemann kann auch nicht mehr, wie vor 1958, ohne ihre Einwilligung bei ihrem Arbeitgeber für seine Ehefrau kündigen. Abgesehen davon, wie lange viele absurde und diskriminierende Gesetze selbst hier noch galten, gibt es dennoch auch heute noch Gründe, Tage wie den Equal Pay Day oder den Internationalen Frauentag zu begehen, sowie jeden Tag gegen Sexismus zu protestieren.

Oft wird betreffs der Forderung für Gehaltsgerechtigkeit unabhängig vom Geschlecht angeführt, die Unterschiede im Einkommen wären lediglich die Schuld der betroffenen Frauen. Sie würden schlecht bezahlte Berufe ergreifen, zugunsten ihrer Kinder beruflich zurückstecken, aus anderen Gründen in Teilzeit arbeiten oder schlicht nicht genug Gehalt einfordern. Nicht verständlich ist aber, warum die Situation dadurch weniger zu verurteilen sein soll.

Warum sollte es berechtigt sein, dass frauendominierte und vor allem wichtige Berufe wie im Gesundheitswesen oder in der Erziehung so schlecht bezahlt werden?

Warum werden junge Mädchen offenbar immer noch nicht genug ermutigt, Traditionen zu überwinden und angesehenere technische Berufe zu ergreifen?

Wie kann es berechtigt sein, dass knapp 20 Prozent der Frauen ab 65 Jahren als armutsgefährdet gelten, weil sie eben nun einmal diejenigen sind, die die Kinder bekommen müssen, sollten sie sich welche wünschen?

Warum arbeiten Frauen im Schnitt weniger bezahlt, sondern verbringen täglich mehr als vier Stunden mit unbezahlter Arbeit (Kindererziehung, Haushalt, Ehrenamt etc), um nach einer Trennung von dem männlichen Hauptverdiener als Alleinerziehende häufig in Armut zu verfallen?

Und warum scheinen junge Frauen immer noch dazu erzogen zu werden, sich zurückzunehmen, ein geringes Selbstbewusstsein zu besitzen und unter ihrer Qualifikation zu arbeiten?

Sollte dies noch nicht genügen, kann man sich empört fragen, was es mit diesem von all diesen Faktoren unabhängigem Prozentsatz auf sich hat: Frauen verdienen durchschnittlich für die gleiche Arbeit bei gleicher Qualifikation 7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Die Gründe dafür sind das hartnäckige Produkt eines grundlegenden Weltbildes, welches sich weigert, Ge-hälter offenzulegen und Frauen durch Quoten einen Start in männerregierten Bereichen zu ermöglichen, welches soziale Berufe geringschätzt und Karriere für Frauen und Männer mit der Familie nicht vereinbaren lässt,

ein Weltbild, in dem Werbung und Medien ein passives Frauenbild vermitteln, das jungen Frauen nahelegt, Aussehen über Qualifikation zu stellen und zu gefallen über das Einstehen für ihr Recht.

Wir schauen nicht nur nach Europa, sondern auch auf unzählige Länder, in denen Frauen noch viel mehr dafür kämpfen müssen, überhaupt wie Menschen behandelt zu werden. Hier einige Zahlen, die das noch herrschende Frauenbild (in einigen Ländern mehr, in anderen weniger) widerspiegeln:

  • Zwei Millionen Mädchen und Frauen werden jedes Jahr genital verstümmelt.

  • In den Vereinigten Staaten werden jährlich 700.000 Frauen vergewaltigt oder sexuell missbraucht, wobei ein Großteil der Fälle aus Angst nicht zur Anzeige gebracht wird.

  • In Filmen werden international doppelt so oft Mädchen und Frauen aufreizend, nackt oder halbnackt gezeigt wie Männer oder Jungen, während in selbigen auf 13 männliche Anwälte, 16 Professoren und 5 Ärzte jeweils 1 Frau kommt.

Sexismus ist kein irrelevantes „Erste-Welt-Problem“ von gelangweilten Frauen, die keinen Partner gefunden haben. Er belastet jede einzelne Frau, sowie auch Männer und Queer-Menschen.

Er tötet sogar.

Wir alle sind dafür verantwortlich, wie wir mit unseren Mitmenschen und mit Vorurteilen umgehen, ob wir in unserer Gesellschaft Täter von Sexualdelikten schützen, und ob wir FeministInnen stigmatisieren, bevor wir ihnen zugehört haben. Wir möchten hier und alle Tage dazu aufrufen, jegliche Diskriminierung von Gruppen zu beenden.

http://www.equalpayday.de/

Augsburger-Allgemeine

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Um Europa keine Mauer!

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Über ein Jahr ist der Sommer der Migration her, als Geflüchtete in Bahnhöfen von jubelnden Mitmenschen empfangen wurden. Seitdem hat Angela Merkel das Image der guten „Flüchtlingskanzlerin“. Zahlreiche Asylrechtsverschärfungen und der unmenschliche sogenannte Türkei-Deal, welcher die Schließung der Balkanroute bedeuten, zeigen aber die unerträgliche Heuchelei der „guten“ Kanzlerin.
Im Zuge der Schließung der Balkanroute gewinnt die Mittelmeerroute in 2016 wieder an Bedeutung. Dank mangelhafter Rettungsmissionen von Seiten der EU und ihrer Mitgliedsstaaten steigen die Opferzahlen unter Geflüchteten in bisher nicht gekannte Größenordnungen.
Bis zum 20. Oktober 2016 starben 3654 Menschen im Mittelmeer, das sind fast so viele wie im ganzen Jahr 2015. Es ist von einer noch höheren Dunkelziffer auszugehen. Für diese Toten tragen EU und ihre Mitgliedsstaaten die Verantwortung.
Die Freihandelspolitik der europäischen Staaten wie beispielhaft das Freihandelsabkommen EPA, welches unter Androhung von Strafzöllen beispielsweise in Kenia durchgesetzt wurde, bedroht die lokale afrikanische Wirtschaft in ihrer Existenz. Dazu kommt die Anbahnung von schmutzigen Deals mit menschenverachtenden Diktaturen oder sogenannten failed States in Afrika wie Eritrea, Somalia, Äthiopien, dem Sudan und nicht zuletzt Libyen, dessen Küstenwache unter der Beobachtung der Seenotrettungsorganisation Sea Watch vier Geflüchtete ermordete – kein Einzelfall. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten machen eine Politik der Abschottung nach außen. Das widerspricht der Vision eines friedlichen, sozialen und geeinten Europas. Diese EU ist neoliberal und militaristisch.

Wir wollen ein Europa der Menschen,
in dem alle gut leben können!

Refugees Welcome!

Libertäres Zentrum Bonn – Hausbesetzung

Seit dem 10. Mai 2016 haben Aktivist*innen des LiZ (Libertäres Zentrum) eine Wohnung in der Rathausgasse 6 im Bonner Viktoriaviertel besetzt und dadurch auch die längste Hausbesetzung Bonns erreicht!
Seitdem gab es u.a. eine erfolgreiche Demo/Kundgebung mit der Initiative „Viva Viktoria!“ am 11.05. 2016, Mitmach-Brunchs, Freilichtkino mit Stummfilmen, Poetry Slam, Küfa (Küche für alle), Vorträge, Diskussionen, eine Solidaritäts-Tanzdemo und ein Umsonstladen war dort. Obwohl die Polizei mehrfach versucht hatte in das Gebäude zu gelangen, ist es durch die Unterstützung der anwesenden Menschen, u.a. durch eine Menschenblockade, gelungen dies zu verhindern. Am 12.05.2016 haben die Polizist*innen die Belagerung aufgegeben.
Unterstützung bekommen die Aktivist*innen des LiZ sowohl von anderen politischen Gruppen und Organisationen, als auch von Anwohner*innen des Viktoriaviertels, Bonner*innen der ganzen Stadt, Ladenbesitzer*innen, den Menschen von „Kartäuserwall ist überall!“ aus Köln u.v.m.
Benötigt werden momentan noch Möbel aller Art um die Wohnung einzurichten, wenn ihr etwas spenden könnt oder möchtet, nur zu :)
Wenn ihr Lust und Zeit habt, kommt vorbei! Unterstützt die Besetzer*innen und bereits anwesenden Supporter*innen, zeigt euch solidarisch!

Für genaue Informationen zum Hintergrund möchten wir auf die Homepage der LiZ verweisen, insbesondere auf „Tragt die Kritik auf die Straße!“ und „Von Reichtum und Macht“.
Folgen könnt ihr der Sache über die Facebookseite der LiZ, Twitter per @SQUATBN, oder auf Twitter über #keinschlafohne.

 Eine Stadt muss für alle da sein, nicht nur für reiche Menschen!

Statement dazu von unserem Genossen Milan:

„Der tatsächliche Nutzen einer Hausbesetzung aber ist nicht [nur] der erkämpfte Freiraum, der nur allzu oft wieder von der Polizei geräumt wird. Der Nutzen liegt viel mehr darin, dass die Besetzung den grundsätzlichen ökonomischen Wahnsinn der kapitalistischen Gesellschaft deutlicher zeigt, als nahezu alle anderen Aktionsformen.
Ganz grundsätzlich besteht offenbar ein Bedürfnis nach Wohnraum, wie sich z.B durch das Phänomen der Obdachlosigkeit zeigt. An diesem Punkt nun kommt die Besetzung ins Spiel, denn die Tatsache, dass es leerstehende Gebäude gibt, die besetzt werden können beweist, dass die Mittel vorhanden sind um das Bedürfnis der Obdachlosen nach Wohnraum oder das Bedürfnis von jungen Menschen nach Freiraum zu erfüllen.
Warum also erfüllt eine Gesellschaft diese Bedürfnisse nicht, obwohl sie nachweislich über die Mittel dazu verfügt?
Weil eine Gesellschaft, die auf dem Konzept der Konkurrenz aufbaut, nur Bedürfnisse erfüllen kann, die auch verwertbar sind. Obdachlose und junge Menschen können sich diese teuren Wohnungen nicht leisten und eine Immobilenfirma, die ihre Wohnungen kostenlos oder auch nur günstiger zur Verfügung stellen würde, wäre im Konkurrenzkampf benachteiligt und würde letztlich Pleite gehen. Gleiches zeigt sich bei Lebensmitteln: überall auf der Welt hungern Menschen, obwohl mehr als genug Nahrung produziert wird um die Weltbevölkerung mehrfach zu ernähren. Anstatt aber das Bedürfnis von verhungernden Menschen nach Nahrung zu erfüllen, wird diese so genannte „unverkäufliche Überproduktion“, ganz in Übereinstimmung mit der Logik des Marktes, eher auf den Müll geworfen.
Das alles führt zu einer einzigen Frage: Wenn ein System zwar die Mittel hervorbringt um die Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen, die grundlegende Logik desselben Systems aber dann verhindert, dass diese Bedürfnisse auch tatsächlich erfüllt werden, wozu ist das System dann gut?“

Ein Reisebericht: Kobane – hin und wieder zurück

Wann: 1.12.2015 ab 18.00 Uhr
Wo: Vorgebirgsstr. 24, 53111 Bonn


Am 8.8.2015 bin ich aufgebrochen, um mit anderen Genoss*Innen in Kobane ein Gesundheitszentrum zu bauen und um einen kleinen Beitrag zum kurdischen Befreiungskampf zu leisten. Auf meiner Reise habe ich viel erlebt und viele bemerkenswerte und interessante Menschen kennengelernt. Angefangen damit, dass ich 4 Tage in einem Flüchtlingszeltlager in Suruc verbracht habe, deutsche YPG-Kämpfer, Frauen, die kaum älter als 18 waren und trotzdem ihr Land gegen die einfallenden IS-Horden verteidigt haben, den Ministerpräsidenten von Rojava und den Bürgermeister von Kobane und viele weiter interessante Charaktere kennengelernt habe.

Von meinen Erfahrungen werde ich berichten und freue mich auf euren Besuch.


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